Kieferkammdefekte

Kieferkammdefekte

Der Kieferkamm stellt den zahnlosen Kiefer des Menschen dar. Liegt ein Kieferkammdefekt vor, so ist die Knochenwand des Kieferkammes zurückgegangen, wobei zwischen einem zwei- und dreidimensionalem Kieferkammdefekt zu unterscheiden ist. Während bei einem zweidimensionalen Kieferkammdefekt die Innenseite der Knochenwand noch steht, und nur die Außenseite zurückgegangen ist, liegt bei einem dreidimensionalen Kieferkammdefekt gewissermaßen ein Defekt des gesamten Kiefers vor. Dort kann, zusätzlich zum Rückgang der Außenseite, ein Rückgang der Innenseite der Knochenwand festgestellt werden.

Korrektur eines Kieferkammdefektes durch intraoral gewonnen Transplantate

Kieferkammdefekte können mithilfe intraoral gewonnener Transplantate behandelt werden. Dabei wird aus dem Munde des Patienten auf der gegenüberliegenden Seite des Kieferkammdefektes ein Knochenstück entnommen, mit welchem der Rückgang der Knochenwand des Defekts ausgeglichen wird. Diese Methode hat zur Folge, dass am Patienten zwei Operationen durchgeführt werden. Als erstes die Entnahme des Knochenstückes aus der gegenüberliegenden Kieferseite. Oftmals wird das Knochenstück aus dem aufsteigenden Ast des Unterkiefers der gegenüberliegenden oder sogar gleichseitigen Kieferseite entnommen. Dem folgt eine zweite Operation, bei der der Kieferkammdefekt freigelegt wird, um den Knochen an den Defekt anzupassen und auf diesem zu fixieren und am Ende mit Schleimhaut wieder zu verschließen. Anschließend wird durch einen intraoralen Knochenblock im operativen Bereich ein Knochenaufbau durchgeführt. Bei der Verwendung intraoral gewonnener Transplantate existieren verschiedene Techniken, um ein Transplantat in den Kieferkammdefekt einzusetzen. Dazu zählt zunächst die Schalentechnik, bei der ein Knochenblock entnommen wird, um im nächsten Schritt auf den Defekt aufgeschraubt zu werden. Eine zweite Methode liegt in der Osteotomie. Hier wird eine Knochenresektion durchgeführt, welche auf einem dreidimensionalen Effekt aufbauen soll und ebenfalls mittels Schrauben fixiert wird. Insgesamt ist es zweifellos ratsam, eines der Verfahren für intraoral gewonnene Transplantate anzuwenden, da sich hier die Möglichkeit bietet, das Implantat letzten Endes in die Position zu setzen, die für eine zukünftigen Zahnersatz optimal ist.

Komplikationen

Grundsätzlich kann die Korrektur mittlerer Kieferkammdefekte zu zwei Komplikationen führen. Zum einen zur Risikostrukturenverletzung bei der Knochenentnahme, zum anderen zu Entzündungen im Bereich des Kieferkammdefekts. Im Falle einer Risikostrukturenverletzung ist es denkbar, dass die Knochenentnahme zu einer Nervenverletzung führt, wodurch für den Patienten die Gefahr entsteht, in Teilen der Mundpartie das Gespür zu verlieren. Dabei können sowohl bleibende, als auch regenerierbare Schäden entstehen. Im Falle eines regenerierbaren Schadens wurde der Nerv, im Gegensatz zum bleibenden Schaden, nur verletzt und nicht komplett durchtrennt, sodass er in einem Zeitraum von drei bis sechs Monaten die Möglichkeit hat, sich zu erholen. Eine Entzündung entsteht dagegen durch eine ungenaue Passung des Knochenblocks auf den Defekt. Dabei kommt es zu einer Spaltbildung, die die Entzündung begünstigt, wodurch sich der Knochenblock oder das Knochenstück entzünden kann. Tritt eine solche Entzündung ein ist es nicht ausgeschlossen, dass der Knochenblock nicht anwächst und eventuell wieder herausgenommen werden muss.

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